Veranstaltungen

 

Online-Veranstaltung zum Umgang mit menschlichen Überresten in deutschen Sammlungen

Die Kontaktstelle für Kulturgüter und menschliche Überreste aus kolonialen Kontexten in Deutschland lädt zur digitalen Fachveranstaltung Between Research, Responsibility and Remembrance: Dealing with Human Remains from Colonial Contexts of Unknown Provenance am 18. Februar 2026 von 10 bis 13 Uhr (MEZ) ein. 

Die Auseinandersetzung mit menschlichen Überresten aus kolonialen Kontexten stellt Museen, Sammlungen und Forschungseinrichtungen vor komplexe fachliche wie ethische Herausforderungen. Ein zentrales Ergebnis der 2023 von der Kontaktstelle für Kulturgüter und menschliche Überreste aus kolonialen Kontexten in Deutschland durchgeführten Umfrage zu menschlichen Überresten aus kolonialen Kontexten in Museums- und Universitätssammlungen in Deutschland zeigt, dass rund 46 % der erfassten, unbearbeiteten Überreste nicht eindeutig geografisch zugeordnet werden können. Kenntnisse über Herkunft und Provenienz sind jedoch sowohl für eine mögliche Rückgabe an betroffene Gemeinschaften als auch für einen angemessenen Umgang in Museen und Sammlungen von entscheidender Bedeutung.

Vor diesem Hintergrund stellen sich grundlegende Fragen: Wie sollten Museen und Sammlungen mit menschlichen Überresten umgehen, deren Herkunft dauerhaft unklar bleibt? Welche Art von Räumen oder Einrichtungen eignen sich, um menschliche Überreste mit ungeklärter Provenienz mittel- oder langfristig aufzubewahren? Und wie sieht ein ethisch verantwortungsvoller Umgang mit menschlichen Überresten aus, deren Herkunft nicht bestimmbar ist oder die nicht in ein Herkunftsland oder eine Herkunftsgesellschaft zurückgeführt werden können? 

Diese Fragen möchten wir im Rahmen der digitalen Fachveranstaltung am 18. Februar 2026 gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen im In- und Ausland diskutieren. Vier Impulsvorträge von Prof. Wazi Apoh (Department of Archaeology and Heritage Studies, University of Ghana), Sarah Fründt (Deutsches Zentrum Kulturgutverluste / Expert*innen-Netzwerks zum Umgang mit menschlichen Überresten), Dr. Birgit Scheps-Bretschneider (assoziiert mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden | GRASSI Museum) und Dr. Rudo Sithole (AFRIMUHERE) eröffnen die Veranstaltung und bilden die Basis für eine anschließende Fachdiskussion. Aisha Camara wird die Veranstaltung moderieren. 

Die Teilnahme an der Online-Veranstaltung ist kostenlos. Wir bitten jedoch um Anmeldung bis zum 16.02.2026 über unser Onlineformular. Die Zugangsdaten für die Veranstaltung erhalten Sie nach Ihrer Anmeldung rechtzeitig per E-Mail zugesendet. Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der durch das Auswärtige Amt und den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien geförderten Projekte zum Umgang mit menschlichen Überresten aus kolonialen Kontexten statt.

 

Netzwerkkonferenz "Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten. Herausforderungen, Aufgaben, Strategien"

ausgerichtet von der "Kontaktstelle für Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten in Deutschland"

Die virtuelle Konferenz, die am 24. November 2020 stattgefunden hat, nahm die deutsche EU-Ratspräsidentschaft im Jahr 2020 zum Anlass, um die Aufgaben der "Kontaktstelle für Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten in Deutschland" europäischen und internationalen Akteuren zu präsentieren, die Vernetzung von Expertinnen und Experten aus Deutschland, Europa und den Herkunftsstaaten und gesellschaften voranzubringen und zukünftige Kooperationsoptionen für die Kontaktstelle auszuloten. Ziel der Netzwerkkonferenz war auch, die Bedarfe und Interessen von Personen und Institutionen in den Herkunftsstaaten und gesellschaften zu identifizieren und Kommunikationskanäle und Begegnungsräume zu schaffen, die einen gemeinsamen Dialog geprägt von gegenseitigem Respekt ermöglichen.

Die Onlinekonferenz orientierte sich thematisch an folgenden drei Handlungsfeldern, die im Dokument "Erste Eckpunkte zum Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten" definiert sind: a) Transparenz und Dokumentation, b) Rückführung und c) Kulturaustausch, internationale Kooperationen. Im Rahmen der thematischen Panels haben Teilnehmer*innen aus unterschiedlichen Regionen der Welt über Maßnahmen, Aufgaben und auch aktuelle Herausforderungen im Bereich Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten diskutiert, praktische Erfahrungen geteilt und sich über zukünftige Perspektiven der Zusammenarbeit ausgetauscht. Die Handlungsempfehlungen, die sich aus der Diskussion der Netzwerkkonferenz ergeben haben, sind ein wertvoller Beitrag zur Bewältigung der bestehenden und zukünftigen Herausforderungen und Aufgaben der Kontaktstelle für Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten in Deutschland.

Die Videos der Netzwerkkonferenz finden Sie hier.